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Stadtpark in Český Krumlov - historische Entwicklung des Gebietes

Die Lokalität, wo sich der Krumauer Stadtpark befindet (das Gebiet der III. Krümmung der Vltava), machte gegenüber der benachbarten Altstadt und Latrán eine unterschiedliche urbanistische Entwicklung durch. Hinsichtlich der Abgelegenheit vom Kristallisierungskern der städtischen Agglomeration - der Krumauer Burg - entsteht hier lange keine kompakte Korridorstraßenbebauung städtischen Typs. Die urbanistische Struktur des Gebietes der III. Krümmung wurde grundsätzlich von einem hohen Anteil der zu landwirtschaftlichen und später auch Gartenzwecken genutzten Flächen beeinflusst. Erst seit dem 15. Jahrhundert entsteht zwischen den bestellten Grundstücken, Gärten und Wiesen eine zerstreute Bebauung der Gehöfte und Wirtschaftsobjekte der Krumauer Bürger. Die ursprünglich landwirtschaftliche Landschaft formte sich so allmählich in ein regelmäßiges vorstädtisches Gebilde. Trotzdem blieb während der ganzen historischen Entwicklung der Besiedlung in dieser Lokalität ein charakteristischer hoher Anteil der unbebauten Grundstücke.

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Die räumliche Bedrücktheit des Interieurs der mittelalterlichen Altstadt am Ende des 16. Jahrhunderts führte zur Verlegung des Pfarrfriedhofes von der Kirche St. Veit in den Raum um die heutige Kapelle St. Martin herum. Das nach dem Jahre 1590 neu entstandene Jesuitenareal am linken Ufer der Vltava wurde mit einer Mauer umgeben und im Jahre 1591 vom Jesuitenkolleg mit einer Holzbrücke über die Vltava zugänglich gemacht. Im Süden und Westen wurden die Grundstücke der Jesuiten mit der Fläche des Friedhofes mit der damals noch hölzernen Kapelle St. Martin, dem Objekt des Armenhauses (Plešivec Nr. 60) und weiter mit einigen Anwesen bei der heutigen Linecká-Gasse abgegrenzt. Zum Bau einer Sommerresidenz schritten die Krumauer Jesuiten erst fast ein Vierteljahrhundert nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges (1662). Der schön erbaute vierflügelige Sitz (Nr. 55) war von Anfang an mit einem Ziergarten ergänzt. Der Garten sollte ebenfalls zur Erholung der Pestkranken dienen. Das mit Mauern umgebene Areal wurde seit dem Jahre 1663 mit neu gebauten Dämmen vor Hochwassern geschützt.

Vedute der Stadt Český Krumlov vom Südosten aus, die das Gebiet des heutigen Stadtparks festhält, nach 1800, Schloss Č.Krumlov, Autor: F. Runk  Nach der Aufhebung des Jesuitenordens im Jahre 1773 wurde das Jesuitenkolleg als Kaserne genutzt (die Holzbrücke über die Vltava wurde beseitigt). In demselben Jahr wurde der Friedhof bei St. Martin mit einer Mauer umgeben. Im Jahre 1779 kaufte das ganze Gebiet des Gartens samt der Sommerresidenz der reiche Bürger Johann Pinsker, der nach und nach die Randteile des Gartens und Gartenhäuser verkaufte. An deren Stelle entstanden am Rande des Gebietes des heutigen Stadtparks das Spital der hl. Elisabeth (1782 - 1783) und die Nachbarhäuser Nr. 58 und 57. Der Garten selbst gewann einen Nutzcharakter. Trotzdem wurde für den Garten allgemein die ursprüngliche Bennenung "Jesuitengarten" benutzt, und zwar bis zur Entstehung des Stadtparks im Jahre 1907. Im Jahre 1892 wurde der Friedhof aufgehoben (ein neuer römisch-katholischer Friedhof wurde in der Vorstadt Horní brána gegründet). Um das Jahr 1900 entstand zwischen dem Schwimmbad und der Kapelle ein Sportplatz; die Räume des ehemaligen Jesuitengartens waren in dieser Zeit öffentlich zugänglich, obwohl sie noch eine absichtlich gegründete Gartengestaltung entbehrten. Der Stadtpark entstand erst im Jahre 1907, dank der Bemühung des Bürgermeisters der Stadt Frank Khemeter.

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